Präanalytik

Unter Präanalytik versteht man alle administrativen und praktischen Prozesse der Gewinnung und Aufarbeitung, der Lagerung und des Transports eines labormedizinischen Untersuchungsmaterials vor der Durchführung der eigentlichen Laboruntersuchung.

Die Präanalytik ist das erste Glied in der Kette der Labordiagnostik. Fehler in diesem Bereich können nicht rückgängig gemacht werden.

Einflussfaktoren

Einflussfaktoren können die Probe derart beeinflussen, dass das gemessene Ergebnis zwar richtig ist, aber eine medizinische Interpretation nicht sinnvoll und wahrscheinlich falsch ist. Dies ist natürlich auch von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung, da dadurch häufig weitere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen ausgelöst werden, die nicht notwendig sind. Es ist deshalb von außerordentlicher Bedeutung, dass auch in der Präanalytik die Methoden verbessert werden sowie eine Standardisierung und eine kontinuierliche Qualitätskontrolle die Regel wird. Probleme aus dem Bereich der Präanalytik können in der Regel nur in enger Kooperation von Arzt, Praxispersonal und Labor gelöst werden.

Messunsicherheiten von Bestimmungsmethoden

Während der Begriff „Unsicherheit“ im allgemeinen Sprachgebrauch eher mit einem unguten Gefühl verbunden ist, ist die Messunsicherheit in der medizinischen Qualitätssicherung ein Maß für die Qualität eines Analysenergebnisses.

Auch unter optimalen analytischen Bedingungen würden bei Mehrfachbestimmungen einer Probe selten identische Resultate erzeugt werden können. Die Ergebnisse schwanken um den wahren Wert der tatsächlichen Konzentration. Die Messabweichung (Ungenauigkeit) ihrerseits besteht aus systematischem (Unrichtigkeit) und zufälligem (Unpräzision) Fehler. Viele Faktoren können diese Größe beeinflussen. Schon die Spezifität eines verwendeten Antikörpers (Kreuzreaktion), die Robustheit eines Analysengerätes oder Schwankungen von Temperatur und Luftdruck führen zu geringfügigen Messabweichungen.

Die Ermittlung der laboranalytischen Messunsicherheit erfolgt durch Mehrfachbestimmung und Berechnung von Mittelwert, Standardabweichung und des in Prozent angegebenen Variationskoeffizienten (VK). Daraus lässt sich in Abhängigkeit von der Konzentration des Analysenverfahrens ein so genanntes Präzisionsprofil für die jeweilige Bestimmungsmethode erstellen. Die Angaben zur laboranalytischen Messunsicherheit werden nicht standardmäßig auf den Befunden ausgegeben, sind aber auf Wunsch für jeden Parameter erhältlich.